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2026-09-07 11:55:21 +02:00

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# Spiegelserver: Flatpak + DNF unter einer Domain
Ein Compose-Stack, zwei kuratierte Spiegel, ein Webserver, ein Signing-Key:
| Pfad | Inhalt | Container |
|------|--------|-----------|
| `https://<domain>/flatpak/` | gefilterter Flathub-Spiegel (OSTree) | `flatpak-mirror` |
| `https://<domain>/dnf/` | RPM-Spiegel fuer alles ohne Flatpak | `dnf-mirror` |
Beide Sync-Container schreiben nur in ihr eigenes Volume und haben keinen
Port nach aussen. Der gemeinsame `nginx` bekommt beide Volumes read-only
gemountet und liefert sie unter je einem Pfad aus.
Was sich beide teilen:
- **Denselben GPG-Signing-Key** - er wird extern erzeugt und beiden
Containern ueber dasselbe Verzeichnis `./gpg` hereingereicht. Clients
muessen damit nur *einem* Key vertrauen, egal ob Flatpak oder RPM.
- **Dasselbe Git-Repo** mit den Freigabelisten: `flatpaks.yaml` fuer den
Flatpak-Spiegel, `packages.yaml` fuer den DNF-Spiegel.
- **Denselben nginx** und damit dieselbe Domain und dasselbe TLS-Zertifikat.
## Erste Einrichtung
```sh
cp .env.example .env
```
### 1. Signing-Key bereitstellen
Der Key wird **extern** erzeugt (nicht mehr vom Container) und als
GnuPG-Homedir in den Ordner `./gpg` gelegt. Zum Beispiel auf einer
Admin-Maschine:
```sh
export GNUPGHOME=$(mktemp -d)
gpg --batch --passphrase '' --quick-generate-key 'Company Mirror <it@example.com>' rsa4096 sign never
gpg --list-secret-keys --keyid-format=long # Fingerprint notieren
rsync -a "$GNUPGHOME/" /pfad/zum/stack/gpg/
```
Dann in der `.env` `GPG_KEY_ID` auf den Fingerprint setzen.
- Der Key darf **keine Passphrase** haben, sonst kann unbeaufsichtigt weder
`rpmsign` noch `flatpak build-sign` signieren.
- `./gpg` wird beiden Containern **read-only** nach `/run/secrets/gpg`
gemountet. Jeder Container kopiert das Homedir beim Start in sein eigenes
`GNUPGHOME` (`/etc/mirror-gpg`) - gpg schreibt naemlich in seinem Homedir
(trustdb, random_seed, Lockfiles), und so bleibt das Original unveraendert
und die beiden Container kommen sich beim Signieren nicht ins Gehege.
- `./gpg` auf dem Host nicht world-readable lassen (`chmod 700`) und
**sichern/backupen**: geht der Key verloren, muessen alle Clients den neuen
Public Key neu importieren - fuer beide Repos.
### 2. Freigabe-Git-Repo anlegen
Inhalt von `sources-repo-template/` (`flatpaks.yaml` + `packages.yaml`) in ein
eigenes Git-Repo pushen, anpassen und in der `.env` `SOURCES_GIT_URL` /
`SOURCES_GIT_REF` setzen. Fuer privaten Zugriff entweder
- **Token:** `SOURCES_GIT_USERNAME` + `SOURCES_GIT_TOKEN` (Read-only-PAT), oder
- **SSH:** Deploy-Key nach `./git-ssh/id_ed25519` legen (`chmod 600`) und
`SOURCES_GIT_SSH_KEY=/run/secrets/git-ssh/id_ed25519` setzen.
Das Token wird nie in die Git-URL eingebettet (URLs landen in Logs), sondern
per `GIT_CONFIG_*`-Header uebergeben - es ist damit auch nicht per `ps aux`
auf dem Host sichtbar. Im Container-Environment und in der `.env` steht es
trotzdem im Klartext, Dateirechte entsprechend setzen.
### 3. Starten
```sh
docker compose up -d --build
docker compose logs -f flatpak-mirror dnf-mirror
```
Der erste Lauf dauert je nach Freigabeliste laenger (Firefox/LibreOffice sind
gross). Danach steht bereit:
| URL | Zweck |
|-----|-------|
| `https://<domain>/flatpak/<MIRROR_REPO_ID>.flatpakrepo` | fertige Remote-Definition inkl. Key |
| `https://<domain>/flatpak/<MIRROR_REPO_ID>.gpg` | Public Key (binaer, fuer OSTree) |
| `https://<domain>/dnf/<MIRROR_REPO_ID>.repo` | die eine `.repo`-Datei fuer Clients |
| `https://<domain>/dnf/RPM-GPG-KEY-mirror` | Public Key (ASCII-armored, fuer RPM) |
## Clients anbinden
```sh
# Flatpak
flatpak remote-add --if-not-exists company-mirror \
https://<domain>/flatpak/company-mirror.flatpakrepo
# DNF
rpm --import https://<domain>/dnf/RPM-GPG-KEY-mirror
curl -o /etc/yum.repos.d/company-mirror.repo \
https://<domain>/dnf/company-mirror.repo
pkcon refresh -c 1 # PackageKit/Discover hat einen eigenen Cache
```
Beide Male ist es derselbe Key - er muss nur einmal als vertrauenswuerdig
eingestuft werden.
## Freigaben aendern
`flatpaks.yaml` bzw. `packages.yaml` im Freigabe-Repo bearbeiten, committen,
pushen. Beide Container ziehen das Repo vor jedem Sync-Lauf neu
(`FLATPAK_SYNC_INTERVAL_SECONDS`, Default 15 Min.;
`DNF_SYNC_INTERVAL_SECONDS`, Default 6 h). Fuer einen sofortigen Lauf:
```sh
docker compose restart flatpak-mirror # bzw. dnf-mirror
```
## Funktionsprinzip
### Flatpak-Spiegel
1. `flatpaks.yaml` aus Git holen.
2. Fuer jede gelistete App den Ref `app/<id>/x86_64/<branch>` per
`ostree pull --mirror` von Flathub holen.
3. Aus der `metadata` des gepullten Refs die benoetigte Runtime auslesen und
rekursiv mitspiegeln (App -> Runtime -> Basis-Runtime).
4. Jeden Ref mit dem Spiegel-Key neu signieren (`flatpak build-sign`, fuer
`runtime/`-Refs mit `--runtime` - ohne das sucht flatpak die ID unter
`app/` und die Runtime bliebe unsigniert).
5. Refs loeschen, die weder freigegeben noch als Abhaengigkeit noetig sind.
6. Summary + Static Deltas erzeugen und signieren; `.flatpakrepo` und Public
Key ins Repo schreiben.
### DNF-Spiegel
1. `packages.yaml` aus Git holen.
2. Pro Fremdrepo per `dnf download` genau die dort gelisteten Paketnamen holen
(keine automatische Abhaengigkeitsaufloesung).
3. **Filtern:** Pakete, deren Name AlmaLinux selbst liefert
(`ALMA_BASELINE_REPOIDS`), werden verworfen - die Clients loesen sie aus
ihren eigenen Alma-Repos auf. Ausnahmen ueber `force_include`.
4. **Umsignieren** mit dem Spiegel-Key (`rpmsign --resign`), in einen privaten
Cache pro Fremdrepo.
5. Alle Fremdrepos zu **einem** oeffentlichen Repo zusammenfuehren - Clients
binden nur dieses eine ein.
6. `createrepo_c` + AppStream-Katalog (`appstreamcli compose`, fuer
Discover/GNOME Software), `repomd.xml` separat signieren
(`repo_gpgcheck=1`), Client-`.repo` schreiben.
## Verzeichnisstruktur
```
docker-compose.yml beide Spiegel + der EINE nginx
.env.example gemeinsame Konfiguration beider Spiegel
gpg/ extern erzeugter Signing-Key (GnuPG-Homedir),
read-only in BEIDE Container gemountet
git-ssh/ optional: SSH-Deploy-Key fuers Freigabe-Repo
nginx/
conf.d/repo.conf ein Server-Block: /flatpak/ und /dnf/
flatpak-mirror/
Dockerfile debian-slim mit ostree, flatpak, git, yq
entrypoint.sh uebernimmt den gemeinsamen Key nach $GNUPGHOME
gpg-import.sh Key-Uebernahme + Signier-Selbsttest (identische
Kopie in dnf-mirror/, beide pflegen)
sync.sh Pull + Signieren + Summary + Client-Dateien
dnf-mirror/
Dockerfile AlmaLinux 10 mit createrepo_c, rpm-sign, appstream
entrypoint.sh uebernimmt den Key, droppt per setpriv auf "mirror"
gpg-import.sh identische Kopie aus flatpak-mirror/
run-as-mirror.sh Key pruefen/exportieren, Sync-Schleife
sync.sh Download -> Filtern -> Signieren -> Merge -> Metadaten
alma-baseline.repo.d/ optional: eigene Baseline-Repos fuer den Abgleich
sources-repo-template/ Vorlage fuer das gemeinsame Freigabe-Git-Repo
flatpaks.yaml
packages.yaml
```
## Fehlersuche: "kein geheimer Schluessel ... gefunden"
Beide Container brechen beim Start ab, wenn sie mit `GPG_KEY_ID` nicht
signieren koennen. Die Meldung listet dann die Fingerprints, die im
Schluesselbund tatsaechlich liegen - meistens passt einfach `GPG_KEY_ID` in
der `.env` nicht dazu (Platzhalter aus `.env.example` stehengeblieben,
Key-ID statt Fingerprint, Tippfehler).
Direkt auf dem Host nachsehen, was in `./gpg` liegt:
```sh
gpg --homedir ./gpg --batch --list-secret-keys --keyid-format=long
```
- Kommt hier **`sec`** mit einem Fingerprint: genau diesen (ohne Leerzeichen)
als `GPG_KEY_ID` in die `.env` eintragen, dann `docker compose up -d`.
- Kommt **nur `pub`** und kein `sec`: im Ordner liegt nur der oeffentliche
Teil. `private-keys-v1.d/` muss mindestens eine `.key`-Datei enthalten -
sonst den Key neu erzeugen bzw. den geheimen Teil nachliefern.
- Kommt gar nichts: der Ordner ist kein GnuPG-Homedir, sondern enthaelt z.B.
eine exportierte `.asc`-Datei. Dann einmalig importieren:
```sh
gpg --homedir ./gpg --import /pfad/zum/secret-key.asc
```
- Meldet der Container "Signieren schlaegt fehl": der Key hat eine
Passphrase. Unbeaufsichtigtes Signieren braucht einen Key ohne Passphrase -
`gpg --homedir ./gpg --edit-key <fpr> passwd` und leer lassen.
Der Ordner wird beiden Containern read-only hereingereicht; sie kopieren
daraus nur das Schluesselmaterial (`pubring.kbx`, `private-keys-v1.d`,
`trustdb.gpg`, ...). Agent-Sockets (`S.gpg-agent` & Co.) und Lock-Dateien,
die vom gpg-agent auf dem Host stammen, koennen also gefahrlos darin liegen
bleiben - sie werden nicht mitkopiert.
## Bekannte Einschraenkungen
- **TLS** terminiert dieser Stack nicht. Entweder Zertifikate in den
nginx-Container mounten und einen `listen 443 ssl`-Block ergaenzen, oder -
meist einfacher - `HTTP_PORT` auf z.B. 8080 legen und einen vorhandenen
Reverse Proxy davorhaengen. Da beide Repos jetzt hinter *einem* nginx
liegen, reicht dafuer ein Zertifikat und ein Upstream.
- **Passphrase-geschuetzte Keys** sind nicht unterstuetzt (siehe oben).
- **AppStream/Discover:** Anwendungen ohne `.desktop`/`.metainfo.xml` bleiben
per `dnf`/`pkcon` installierbar, erscheinen aber ohne Katalogeintrag in
Discover. Reine CLI-Pakete lassen sich ueber `console_apps:` in
`packages.yaml` trotzdem in den Katalog aufnehmen. Der DNF-Teil ist auf
AlmaLinux 10+ ausgelegt (`appstreamcli compose` aus `appstream-compose`).
- **Namensbasierter Abgleich (DNF):** Ein Paket wird uebersprungen, sobald
Alma ein gleichnamiges hat - unabhaengig von der Version. Braucht eine
Anwendung eine neuere Version, hilft `force_include`.
- **Ein gemeinsamer Namensraum (DNF):** Zwei Fremdrepos mit gleichnamigem
Paket ueberschreiben sich im gemeinsamen Repo; das zuletzt gesyncte gewinnt.
- **Git-Ausfall:** Schlaegt der Fetch fehl, laeuft der DNF-Sync mit der
letzten erfolgreich geholten Liste weiter (nur beim allerersten Lauf bricht
er ab). Der Flatpak-Sync bricht den Lauf ab und versucht es beim naechsten
Intervall erneut.
- **Migration aus den beiden Einzel-Stacks:** Die alten Volumes werden nicht
weiterverwendet (andere Namen, andere Pfade im Container) - beide Spiegel
bauen sich beim ersten Lauf neu auf. Da jetzt ausserdem mit einem *neuen,
gemeinsamen* Key signiert wird, muessen die Clients ohnehin einmalig neu
onboardet werden.
- Der zusammengefuehrte Stack wurde nicht gegen echte Upstreams end-to-end
getestet (keine Docker-/Internet-Umgebung in dieser Session) - die Skripte
sind syntaktisch geprueft, der erste `docker compose up` sollte beobachtet
werden.